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Hygienewahn

In den letzten Jahrzehnten war ein deutlicher Anstieg der Neurodermitis (auch atopisches Ekzem genannt) zu verzeichnen. Bis zu 15% der Kinder leider daran. Woran liegt das? Neben der genetischen Grundlage dieser Hauterkrankung, die einen Haut-Barrieredefekt zur Folge hat,  spielt die „Hygienehypothese“ eine Rolle. Man geht davon aus, dass die Vermeidung von Infektionen in der frühen Kindheit für den deutlichen Anstieg verantwortlich ist. Wie man im Volksmund so schön sagt: „Ein bisschen Dreck hat noch nie geschadet“. Sollten die Kinder wie früher im Freien spielen, sich in Matsch und Dreck suhlen, Sandkuchen backen und völlig verdreckt nach Hause kommen?  Bewiesen ist, dass der frühe Kontakt zu Keimen das Immunsystem stärkt. Eine keimfreie Umgebung im Kindealter ist also nicht ratsam. Wie überall ist sicherlich ein Mittelweg keine schlechte Alternative.

Was kann man vorbeugend tun? Aktuelle Empfehlungen umfassen auch bei Allergie-Risiko-Kindern die 4-monatige Stillzeit, die frühe Einführung von Fisch in die Ernährung des Kindes und die Einführung von Beikost im ersten Lebensjahr. Wenn keine Nahrungsmittelallergie vorliegt, dann gibt es auch keine Belege für die Wirksamkeit von Diäten – im Gegenteil: sie führen bei Kindern zu Mangelerscheinungen mit Entwicklungsstörungen. Allerdings wird der Verzehr von Zitrusfrüchten mit einer Verschlechterung der Hauterscheinungen in Zusammenhang gebracht.

Die Neurodermitis ist eine Entzündung der Haut, die mit starkem Juckreiz einhergehen kann und schubweise verläuft. Sie ist mit anderen Erkrankungen des so genannten „atopischen Formenkreises“, wie z.B. Asthma bronchiale, allergischem Schnupfen oder Nahrungsmitelallergien vergesellschaftet. 80% der Betroffenen weisen Allergien gegenüber Tierhaaren, Hausstaubmilben, Pollen oder Nahrungsmitteln auf. Je nach Alter ist das Erscheinungsbild unterschiedlich: bei Säuglingen ist der Hautbefall meist generalisiert unter Aussparung der Windelregion. Ein nässendem Kopfhautekzem mit Krustenbildung („Milchschorf“) kann ebenso vorliegen. Bei Kleinkindern unter 2 Jahren zeigt sich meist ein Befall der Wangen und der Streckseiten der Extremitäten, bei  größeren Kindern bestehen die Veränderungen typischerweise in den Armbeugen und / oder in den Kniekehlen.

Glücklicherweise sind Spontanheilungen recht häufig. Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung (stadienabhängige Stufentherapie) und reicht von einer Basistherapie mit Vermeidung von Auslösefaktoren,  speziellen Neurodermitis-Schulungen, Hautpflegemitteln   und harnstoff- oder kortisonhaltigen Cremes über Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) bis hin zu einer kurzfristigen Einnahme von Cortison-Tabletten oder einer immunmodulierenden Therapie mit Ciclosporin A (nur bei Erwachsenen) oder Azathioprin. Auch eine Therapie mit UV-Licht kann bei Erwachsenen hilfreich sein. Häufig sind zusätzliche Superinfektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren zu verzeichnen; hier erfolgt dann eine gezielte Therapie je nach Erregertyp.

 

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