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Jeder wird gern umschwärmt

Aber doch nicht von Mücken!  Rückblickend war es diesen Sommer besonders schlimm gewesen, vor allem im Osten Deutschlands. Gerade der Feuchtraum mit der verzweigten Flusslandschaft und den Sümpfen ist das Paradies für Steckmücken. Man kann also der kalten Jahreszeit durchaus was Positives abgewinnen! Den Grillabenden auf den Terrassen fehlt es dann an jegliche Gemütlichkeit – da hilft nur die Flucht ins Innere!  Denn mit der Abenddämmerung kommen schwarze Wolken der stechlustigen Insekten. Das nervt und zusätzlich zu der juckenden Quaddel kann Atemnot hinzukommen. Wie schön ist es doch dann, die kalten Abende ohne lästige Gesellen gemütlich vor dem Kaminfeuer zu verbringen.

Falls sich eine erhebliche Entzündung an der Stichstelle bildet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gegen Schwellung und Juckreiz helfen folgende Hausmittel: Kühlen, Essigwasser, Saft einer aufgeschnittenen Zwiebel, Zitronensaft oder Spucke.

In Deutschland gibt es 50 Mückenarten. Auch wenn die Insekten hierzulande aktuell (noch) keine gefährlichen Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen, haben Forscher einiges herausgefunden. Neuerdings tummelt sich die asiatische Tigermücke, die in den Tropen das Dengue-Fieber überträgt, auch bei uns. Auch die asiatische Buschmücke (Überträger des West-Nil Virus, welches Hirnhautentzündungen auslösen kann) macht sich ebenfalls bei uns breit. In drei Insektenarten aus Brandenburg wurden Larven des Hundehautwurms entdeckt.

Wie bei allen Vektoren ist theoretisch eine mechanische Übertragung durch Erregeranhaftung am Stechrüssel möglich. In der Praxis ist jedoch eine erhebliche Menge von Erregern für eine Infektion erforderlich. Wie kann man sich schützen? Durch weite, helle Schutzkleidung aus dickerem Stoff, Moskitonetzen an den Fenstern und so genannten Repellents. Als Spray, Lotion und Rollstift sind sie erhältlich. Die Duftstoffe sind nicht tödlich für die Blutsauger, sondern überdecken lediglich die Lockstoffe des Menschen. Ätherische Öle wie Zedernbaumöl, Citronella, Eukalyptus oder Minze sind leider nicht so lange wirksam wie chemische hergestellte Repellents. Auf Apparate in den Steckdosen, die Insektengift absondern, sollte man nach besser verzichten, da die Stoffe auch von Menschen eingeatmet werden.

Gegen Plagen kann das Bio-Gift BTI über den Brutstätten gesprüht werden. Es enthält ein Bakterium, was die Darmwand der Larven zerstört. Die Uferzonen am Oberrhein werden schon seit 1987 besprüht. In Form von Eisgranulat werfen Helikopter das Bio-Gift gezielt ab.

Übrigens fühlen sich die Plagegeister nicht durch „süßes“ Blut angezogen, sondern durch das Kohlendioxid. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Menschen mit erhöhten Kohlendioxidausdünstungen eher gestochen werden. Da kann mal wohl nichts machen….

Falls Sie mehr darüber wissen möchten: wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Apotheker

Dr. Thomas Klose

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