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Fliegenabwehr

Eine einzige Fliege kann einen zur Weißglut treiben! Immer und immer wieder umkreist sie einen und setzt sich auf uns, kitzelt und nervt mit ihrem lauten Gesumme. Ohne Waffe – in diesem Fall eine Fliegenklatsche – hat man kaum eine Chance sie loszuwerden. Hartnäckigkeit und Schnelligkeit sind ihre herausragenden Charaktereigenschaften. Die Fluggeschwindigkeit beträgt immerhin fast 3 Meter pro Sekunde. Meist hat man grad keine Klatsche zur Hand, wenn man sie braucht. Gibt es andere Fliegen-Abwehrmaßnahmen? Wie z.B. Gerüche, die sie nicht mag? Wohl kaum, setzt sie sich doch gleichermaßen auf Unappetitliches (Schweiß, Kot, Wunden) und Appetitliches wie unser frisch zubereitetes Essen. Manche Gerüche kann die Fliege jedoch nicht abhaben: mit Lorbeeröl, Minze und Lavendel vertreibt man die schwarzen Ungeheuer. Kann der Plagegeist Krankheitserreger übertragen? Tatsache ist, dass sie nicht besonders hygienisch sind. Aber gefährlich? Es ist durchaus möglich, dass Schmeiß- und Stubenfliegen Keime aufnehmen und damit auf Mensch und Tier ablegen. So ist eine Übertragung der Ruhr, Kinderlähmung (Polio), Salmonellose, Cholera und Maul- und Klauenseuche möglich. Die Fliege dient also als Vektor für Keime und wird deshalb als Schädling eingestuft.

Die Maden der Fliegen leben von toten, faulenden pflanzlichen (z.B. flaues Obst) und tierischen Substanzen. Die Eier werden gerne in Kadavern abgelegt, da diese eine proteinreiche Ernährungsquelle für die Larven darstellt. Ein sauberer Umgang mit Abfall ist zur Eindämmung der Fliegen ratsam. Lebensmittel sollten stets abgedeckt werden und in der Küche ist eine peinliche Hygiene oberstes Gebot. Fliegengitter und – vorhänge sind eine wirksame Maßnahme, um die Nervtöter gar nicht erst in die heiligen 4 Wände zu lassen. Darüber hinaus gibt es im Handel verschiedenste Fliegenfallen.

Einzelne Larven-Arten leben auch in lebendem Gewebe und lösen dort eine Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) aus, eine Art Hautmadenfraß. Diese Erkrankung kommt beim Menschen in Mittel- und Südamerika vor – in unseren Breiten sind meist Tiere oder Menschen mit schlechter Hygiene davon befallen. Die aus den Fliegeneiern geschlüpften Larven machen sich in Wunden und Körperöffnungen breit. In der Medizin werden seit dem 17. Jhd. die heutzutage in Speziallaboren gezüchteten Maden der Goldfliege auch zur Wundtherapie eingesetzt. Diese entfernen das abgestorbene Gewebe und säubern das Geschwür. Somit wäre also bewiesen, dass auch in scheinbar völlig Negativem auch etwas Positives stecken kann!

Falls Sie mehr darüber wissen möchten: wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihr Apotheker

Dr. Thomas Klose und Mitarbeiterinnen